Innenansicht des Landgerichts Düsseldorf

Quelle: Justiz NRW

Landgericht Düsseldorf: Freispruch vom Vorwurf des Mordes an Wuppertaler Unternehmerehepaar

29.10.2020

Am 29.10.2020 hat die 1. großen Strafkammer – Schwurgericht, Az.: 001 Ks 2/20 - den 47jährigen Ioannis P. vom Vorwurf des Mordes an einem Wuppertaler Unternehmerehepaar freigesprochen. Zugleich hat es ihn wegen des unerlaubten Erwerbs von zwei Schusswaffen zu einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren und 6 Monaten verurteilt.

Das Landgericht Düsseldorf war mit dem Verfahren befasst worden, nachdem das Landgericht Wuppertal den Angeklagten am 13.11.2018 freigesprochen und der Bundesgerichtshof diesen Freispruch auf die Revision der Staatsanwaltschaft am 09.01.2020 (Az.: 3 StR 288/19) aufgehoben und das Verfahren zur erneuten Verhandlung an das Landgericht Düsseldorf verwiesen hatte. Die Revision des durch das Landgericht Wuppertal zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilten Enkels des Ehepaares hat der Bundesgerichtshof verworfen.

Aufgrund der an 13 Tagen durchgeführten Hauptverhandlung konnte die Schwurgerichtskammer zwar feststellen, dass sich der Angeklagte Ioannis P. am Tattag unbefugt in dem Haus der Eheleute aufhielt. Das Gericht konnte jedoch nicht klären, ob der Angeklagte bei diesem Aufenthalt an der Tötung der Eheleute mitgewirkt hat oder ob er das Haus erst nach der Tötung der Eheleute betreten und sodann durch Manipulationen an dem Tatort dafür gesorgt hat, dass – zur Vermeidung der Bestrafung eines anderen Täters – der Anschein erweckt wird, die Eheleute seien Opfer eines Raubmords geworden.

Eine Verurteilung des Angeklagten im Wege der sogenannten "Wahlfeststellung" – entweder wegen Mordes oder wegen versuchter Strafvereitelung – kam nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs vorliegend nicht in Betracht. Da der Tatbestand des Mordes das Leben und der Tatbestand der Strafvereitelung die inländische Rechtspflege schützen will, fehlt es an der für eine Wahlfeststellung erforderlichen psychologischen und rechtsethischen Vergleichbarkeit der beiden Straftatbestände.

Das Urteil des Landgerichts Düsseldorf ist nicht rechtskräftig. Die Staatsanwaltschaft, der Nebenkläger sowie der Angeklagte können gegen das Urteil Revision zum Bundesgerichtshof einlegen.

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