
Aufgaben und Ziele
Als Bindeglied zwischen historischer Forschung und juristischer Praxis bemüht sie sich um die Förderung der zeithistorischen Forschung, nicht nur zur Rolle der Justiz im Nationalsozialismus, sondern z.B. auch über die Entwicklung der Justiz nach 1945 in den beiden deutschen Staaten. Sie versteht sich als Ansprechpartnerin für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die im Bereich der Justizgeschichte forschen möchten, ermuntert aber auch die in der Praxis tätigen Kolleginnen und Kollegen zum eigenständigen wissenschaftlichen Arbeiten, welches auf verschiedene Art und Weise unterstützt wird.
Weitere Informationen zur Arbeit der Dokumentations- und Forschungsstelle:
Kontakt
Dokumentations- und Forschungsstelle in der Justizakademie des Landes Nordrhein-Westfalen
- Gustav-Heinemann-Haus -
August-Schmidt-Ring 20,
45665 Recklinghausen
Telefon: +49 2361 481-202, Telefax: +49 2361 481 - 141
Leiter der Dokumentations- und Forschungsstelle ist
Richter am Amtsgericht Dr. Christian Amman (Telefon: +49 2361 481-202)
EMail: dokumentationsstelle@jak.nrw.de
Im Jahre 1988 wurde in Recklinghausen die Justizakademie des Landes Nordrhein-Westfalen – Gustav-Heinemann-Haus – als zentrale Fortbildungseinrichtung für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Justiz des Landes eröffnet. Im gleichen Jahr wurde an der Justizakademie die Dokumentations- und Forschungsstelle "Justiz und Nationalsozialismus" eingerichtet. Die Justizakademie bot sich als Standort einer solchen Einrichtung an, um deren jährlich ca. 10.000 Tagungsgästen aus allen Bereichen der Justiz die Gelegenheit zu verschaffen, sich auf unterschiedliche Weise mit dem Thema "Justiz und Nationalsozialismus" auseinander zu setzen.
Die erste Leiterin der Dokumentations- und Forschungsstelle baute zu diesem Zweck zunächst eine ständige Ausstellung auf, die an exemplarischen Dokumenten die Verstrickung der Justiz in den Unrechtsstaat des "Dritten Reiches" verdeutlichte. Diese Ausstellung ist inzwischen durch eine neue Ausstellung zum Thema Justiz und Nationalsozialismus ersetzt worden. Gleichzeitig wurde mit der Erstellung von Dokumentations- und Quellenheften zu verschiedenen Themen begonnen, etwa zum Strafvollzug zwischen 1933 und 1945 oder zum Wiederaufbau der Justiz nach 1945, die als Materialgrundlage für Seminare oder ähnliche Veranstaltungen zu diesen Themen dienen.
Ausgehend von den Erfahrungen und Erkenntnissen der Dokumentations- und Forschungsstelle wird seit 1993 unter ihrer Mitwirkung eine Buchreihe zum Thema "Juristische Zeitgeschichte" vom Justizministerium NRW herausgegeben. Informationen zu den einzelnen Bänden der Schriftenreihe und über die Möglichkeiten des Bezugs finden Sie hier.
In zahlreichen Veranstaltungen, zuletzt bei dem Symposium "Die justizielle Wiedergutmachung nationalsozialistischen Unrechts“ im März 2010, ist es der Dokumentations- und Forschungsstelle gelungen, Justizpraktiker und Wissenschaftler zu gemeinsamen Tagungen einzuladen und damit einen fruchtbaren Meinungsaustausch zu ermöglichen.
Die Dokumentations- und Forschungsstelle "Justiz und Nationalsozialismus" arbeitet u.a. zusammen mit
dem Institut für juristische Zeitgeschichte der Fern-Universität Hagen,
dem Geschichtsort Villa ten Hompel der Stadt Münster
der Mahn- und Gedenkstätte der Stadt Düsseldorf
der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, Lehrstuhl Prof. Thamer
dem Institut für Deutsche und Rheinische Rechtsgeschichte der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Prof. Schmoeckel
Weitere Ansprechpartner sind Behörden, wie etwa die Zentralstellen zur Verfolgung nationalsozialistischer Gewaltverbrechen bei den Staatsanwaltschaften Dortmund und Köln, aber auch Einzelpersonen innerhalb und außerhalb der Justiz, denen in der Schriftenreihe "Juristische Zeitgeschichte" ein Forum zur Veröffentlichung ihrer Forschungsbeiträge bereitgestellt wird.