NRW-Justiz:  20 Jahre Dokumentations- und Forschungsstelle

Kopfbild Justizministerium

20 Jahre Dokumentations- und Forschungsstelle "Justiz und Nationalsozialismus"

Themenforum "Sondergerichtsbarkeit"
Szene aus dem Dokumentarspiel
Szene aus dem Dokumentarspiel
Szene aus dem Dokumentarspiel

In  Jahr 2008 feierte die Justizakademie des Landes Nordrhein-Westfalen ihr 20-jähriges Bestehen. Gleichzeitig beging eine Einrichtung ihr 20-jähriges Bestehen, die in der Bundesrepublik einmalig ist: Die Dokumentations- und Forschungsstelle "Justiz und Nationalsozialismus". Angesiedelt an der Justizakademie erforscht sie seit 20 Jahren Geschichte und Nachwirkungen der Beteiligung der deutschen Justiz am Unrechtsstaat des Nationalsozialismus und ist damit in den letzten zwei Jahrzehnten Motor für die Auseinandersetzung mit dem geschichtlichen Erbe der Justiz geworden.

Das 20-jährige Bestehen der Dokumentations- und Forschungsstelle wurde seinerzeit durch eine Veranstaltung gewürdigt, die zeigt, dass Juristische Zeitgeschichte gegenwartsbezogen ist und "Lernen aus der Geschichte“ in der Justiz erfahrbar macht: Am 5. Juni 2008 wurde von Richterinnen und Richtern des Landgerichts Essen ein authentischer Fall rekonstruiert, der 1943 vor dem Sondergericht Mannheim verhandelt wurde.

Dokumentarspiel auf Basis von Originalakten
Das Dokumentarspiel, vom "Arbeitskreis Justiz in Mannheim“ gemeinsam mit der freischaffenden Regisseurin Eva Martin-Schneider anhand von Originalakten erarbeitet, wurde auf Initiative der Dokumentations- und Forschungsstelle anlässlich der Ausstellung "Justiz im Nationalsozialismus“ im Landgericht Essen am 6. November 2007 deutschlandweit erstmals durch Richterinnen und Richter dargestellt. Diese Auseinandersetzung von heutigen Richterinnen und Richtern mit der totalitären Vergangenheit der eigenen Institution zeigt, dass "Vergangenheitsarbeit“ nicht im ritualhaften Bekenntnis stecken bleiben muss, sondern zu Anteil nehmender und erkennender Auseinandersetzung mit dem eigenen Berufsverständnis in der Gegenwart führen kann. Gerade für junge Leute, für die "Justiz“ und "Nationalsozialismus“ oft etwas Abstraktes, kaum Vorstellbares sind, wird in dieser authentisch nachgestellten Gerichtsverhandlung und ihrem "Nachspiel“ nach 1945 erlebbar, was „Unrechtsstaat“ für den einzelnen Menschen bedeutete.


 
 

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